


Was bleibt
Die Serien sind Teil des fotografischen Langzeitprojekts Was bleibt. Die Gruppenarbeit von Astis Krause, Julia Otto und Stephanie Neumann erkundet das Leben im Alter mit geringen finanziellen Mitteln. Wir lernen Menschen und ihre unterschiedlichen Lebensrealitäten kennen und zeigen verschiedene Perspektiven – in Form von Fotografien und Zitaten von Menschen, die von Altersarmut betroffen oder bedroht sind.
Altersarmut nimmt in Deutschland zu – jede sechste Person im Rentenalter ist von Einkommensarmut bedroht. Arm im Alter ist, wer nach Eintritt in das Rentenalter weiter arbeiten muss oder auf finanzielle Hilfe vom Staat angewiesen ist. Neben dem definierten materiellen Mangel kann Armut auch den Ausschluss vom kulturellen und sozialen Leben bedeuten.
Von 2019 bis 2025 begleiteten wir neun Protagonist*innen in ihrem täglichen Leben. Sie gaben uns Einblick in ihre vertraute Umgebung und ermöglichten uns, ihr Leben kennenzulernen und es fotografisch festzuhalten. In Gesprächen erkundeten wir die spezifischen Lebensumstände und Herausforderungen.
Unser Projekt wurde durch die VG Bildkunst gefördert und wird seit Oktober 2025 als Ausstellung in der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung in Potsdam gezeigt. Begleitend entstand eine Printpublikation.

Sabine wurde 1956 geboren. Als Tochter eines Pfarrers wurde ihr die Ausbildung in der DDR erschwert. Trotzdem konnte sie studieren und arbeitete als Ingenieurin im Kranbau. Im Sommer 1989 erfüllte sie sich den Traum von einem eigenen Modeladen. In den ersten Jahren nach der deutschen Einheit florierte das Geschäft.
Es folgten Phasen verschiedener Beschäftigungen als Selbstständige und Arbeitslosigkeit. Sabine und ihr Ehemann trennten sich. Um Schulden aus dieser Zeit begleichen zu können, entschied sie sich, für eine gutbezahlte Beschäftigung Stelle nach Westdeutschland zu gehen. Heute lebt sie von knapp 1.000 Euro Rente in ihrem eigenen kleinen Häuschen mit Garten in Eberswalde.
„Dieses Jahr habe ich gedacht: So, jetzt änder' mal deine Einstellung! Man kann auch mit weniger Temperatur leben.“ Sabine





„An seelischem Reichtum mangelt es mir nicht. Materieller Reichtum zählt für mich nicht.“ Marita

Marita wurde 1966 geboren. Sie machte eine Lehre als Verkäuferin und arbeitete in verschiedenen Kaufhallen. Schon während der Lehre fing sie an zu trinken. Nach 1990 machte Marita einen Entzug und ging zu verschiedenen Therapien.
In den Jahren danach arbeitete sie in der Suchtberatung, in der Altenpflege, als Reinigungskraft und schließlich in einer Spielhalle. Vor einigen Jahren verletzte Marita sich an der Hand und entwickelte daraus eine chronische Erkrankung. Seitdem ist sie arbeitsunfähig. Sie lebt heute von einer Erwerbsminderungsrente, Pflegegeld und Wohngeld.







Joachim wurde 1958 in Düsseldorf geboren. Er kam 1982 nach West-Berlin, um das Abitur nachzuholen und zu studieren. Stattdessen wurde er Taxifahrer. Ende der 1980er Jahre baute Joachim gemeinsam mit anderen ein Hausprojekt auf. Hier wohnt er zu einer sehr günstigen Miete.
Der Mindestlohn und der Aufstieg anderer Taxidienstleister belasteten Joachims Einkommen. Mit der Corona-Pandemie kam er in Kurzarbeit. Seine Rentenansprüche nahmen weiter ab, so dass er mit Renteneintritt auf staatliche Hilfe angewiesen sein wird. Joachim gibt sein Einkommen für Miete, Nahrungsmittel, Tabak und Vogelfutter aus.
„Es ist nicht so, dass ich wie ein Elender lebe. Aber gesellschaftliche Teilhabe ist nicht mehr. Dass ich mir mal ein Konzert oder ein Buch leisten kann, das ist alles weg.“ Joachim






„Hauptsache, man bleibt noch ein bisschen gesund.“ Heidrun


Heidrun wurde 1958 in Erfurt geboren. Sie starb im Herbst 2024, ein halbes Jahr nach ihrem Renteneintritt. In der DDR arbeitete sie als Gemüsegärtnerin. Anfang der 1990er Jahre erkrankte sie und wurde berufsunfähig. Es folgten Umschulungen und Arbeitslosigkeit. 2014 starb ihr Ehemann.
In den letzten Jahren vor ihrer Rente war sie als Hauswärterin bei einer Wohnungsbaugenossenschaft tätig. Aufgrund ihrer früheren Arbeitslosigkeit erhielt sie nur eine geringe Rente. Sie pflegte ein reges soziales Leben und konnte auf Familie, Freunde und Nachbarn zählen. Zweimal im Jahr gönnte sie sich etwas Besonderes: einen Urlaub in der Türkei. Heidrun lebte bis zuletzt in Erfurt.




Fotobuch
'Was bleibt - Arm im Alter'
Astis Krause, Stephanie Neumann, Julia Otto
Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung, Potsdam
ISBN: 9783932502965
https://www.politische-bildung-brandenburg.de/publikation/was-bleibt








Ausstellung
'Was bleibt - Arm im Alter'
Astis Krause, Stephanie Neumann, Julia Otto
Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung, Potsdam
15.10.2025 - 28.8.2026
https://www.politische-bildung-brandenburg.de/ausstellungen/was-bleibt-arm-im-alter





Presse
3sat Kulturzeit, 19.02.2026, ab Minute 15:20


Was bleibt
Die Serien sind Teil des fotografischen Langzeitprojekts Was bleibt. Die Gruppenarbeit von Astis Krause, Julia Otto und Stephanie Neumann erkundet das Leben im Alter mit geringen finanziellen Mitteln. Wir lernen Menschen und ihre unterschiedlichen Lebensrealitäten kennen und zeigen verschiedene Perspektiven – in Form von Fotografien und Zitaten von Menschen, die von Altersarmut betroffen oder bedroht sind.
Altersarmut nimmt in Deutschland zu – jede sechste Person im Rentenalter ist von Einkommensarmut bedroht. Arm im Alter ist, wer nach Eintritt in das Rentenalter weiter arbeiten muss oder auf finanzielle Hilfe vom Staat angewiesen ist. Neben dem definierten materiellen Mangel kann Armut auch den Ausschluss vom kulturellen und sozialen Leben bedeuten.
Von 2019 bis 2025 begleiteten wir neun Protagonist*innen in ihrem täglichen Leben. Sie gaben uns Einblick in ihre vertraute Umgebung und ermöglichten uns, ihr Leben kennenzulernen und es fotografisch festzuhalten. In Gesprächen erkundeten wir die spezifischen Lebensumstände und Herausforderungen.
Unser Projekt wurde durch die VG Bildkunst gefördert und wird seit Oktober 2025 als Ausstellung in der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung in Potsdam gezeigt. Begleitend entstand eine Printpublikation.

Sabine wurde 1956 geboren. Als Tochter eines Pfarrers wurde ihr die Ausbildung in der DDR erschwert. Trotzdem konnte sie studieren und arbeitete als Ingenieurin im Kranbau. Im Sommer 1989 erfüllte sie sich den Traum von einem eigenen Modeladen. In den ersten Jahren nach der deutschen Einheit florierte das Geschäft.
Es folgten Phasen verschiedener Beschäftigungen als Selbstständige und Arbeitslosigkeit. Sabine und ihr Ehemann trennten sich. Um Schulden aus dieser Zeit begleichen zu können, entschied sie sich, für eine gutbezahlte Beschäftigung Stelle nach Westdeutschland zu gehen. Heute lebt sie von knapp 1.000 Euro Rente in ihrem eigenen kleinen Häuschen mit Garten in Eberswalde.
„Dieses Jahr habe ich gedacht: So, jetzt änder' mal deine Einstellung! Man kann auch mit weniger Temperatur leben.“ Sabine





„An seelischem Reichtum mangelt es mir nicht. Materieller Reichtum zählt für mich nicht.“ Marita

Marita wurde 1966 geboren. Sie machte eine Lehre als Verkäuferin und arbeitete in verschiedenen Kaufhallen. Schon während der Lehre fing sie an zu trinken. Nach 1990 machte Marita einen Entzug und ging zu verschiedenen Therapien.
In den Jahren danach arbeitete sie in der Suchtberatung, in der Altenpflege, als Reinigungskraft und schließlich in einer Spielhalle. Vor einigen Jahren verletzte Marita sich an der Hand und entwickelte daraus eine chronische Erkrankung. Seitdem ist sie arbeitsunfähig. Sie lebt heute von einer Erwerbsminderungsrente, Pflegegeld und Wohngeld.







Joachim wurde 1958 in Düsseldorf geboren. Er kam 1982 nach West-Berlin, um das Abitur nachzuholen und zu studieren. Stattdessen wurde er Taxifahrer. Ende der 1980er Jahre baute Joachim gemeinsam mit anderen ein Hausprojekt auf. Hier wohnt er zu einer sehr günstigen Miete.
Der Mindestlohn und der Aufstieg anderer Taxidienstleister belasteten Joachims Einkommen. Mit der Corona-Pandemie kam er in Kurzarbeit. Seine Rentenansprüche nahmen weiter ab, so dass er mit Renteneintritt auf staatliche Hilfe angewiesen sein wird. Joachim gibt sein Einkommen für Miete, Nahrungsmittel, Tabak und Vogelfutter aus.
„Es ist nicht so, dass ich wie ein Elender lebe. Aber gesellschaftliche Teilhabe ist nicht mehr. Dass ich mir mal ein Konzert oder ein Buch leisten kann, das ist alles weg.“ Joachim






„Hauptsache, man bleibt noch ein bisschen gesund.“ Heidrun


Heidrun wurde 1958 in Erfurt geboren. Sie starb im Herbst 2024, ein halbes Jahr nach ihrem Renteneintritt. In der DDR arbeitete sie als Gemüsegärtnerin. Anfang der 1990er Jahre erkrankte sie und wurde berufsunfähig. Es folgten Umschulungen und Arbeitslosigkeit. 2014 starb ihr Ehemann.
In den letzten Jahren vor ihrer Rente war sie als Hauswärterin bei einer Wohnungsbaugenossenschaft tätig. Aufgrund ihrer früheren Arbeitslosigkeit erhielt sie nur eine geringe Rente. Sie pflegte ein reges soziales Leben und konnte auf Familie, Freunde und Nachbarn zählen. Zweimal im Jahr gönnte sie sich etwas Besonderes: einen Urlaub in der Türkei. Heidrun lebte bis zuletzt in Erfurt.




Fotobuch
'Was bleibt - Arm im Alter'
Astis Krause, Stephanie Neumann, Julia Otto
Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung, Potsdam
ISBN: 9783932502965
https://www.politische-bildung-brandenburg.de/publikation/was-bleibt








Ausstellung
'Was bleibt - Arm im Alter'
Astis Krause, Stephanie Neumann, Julia Otto
Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung, Potsdam
15.10.2025 - 28.8.2026
https://www.politische-bildung-brandenburg.de/ausstellungen/was-bleibt-arm-im-alter





Presse
3sat Kulturzeit, 19.02.2026, ab Minute 15:20
Kontakt —
Info —
Astis Krause
Fotografin
Große Straße 45
15344 Strausberg
Mobil: +49 172 3011233
Mail: astis@astiskrause.de
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